Was ist Explorations, und warum Albanien?
Explorations ist das eigene Festival von Anjunadeep, und es sieht ganz anders aus als der Rest des Zirkus. Statt einer Wiese vor den Toren einer Stadt mietet das Label einen Abschnitt der Albanischen Riviera komplett und zieht sechs Nächte Musik vor dem Ionischen Meer durch. Die Ausgabe 2026 landet vom 11. bis 16. Juni in Dhërmi, verteilt über die Strände und Buchten rund um Drymades, und sie war ausverkauft, mit Reise- und Übernachtungspaketen ab rund 75 Pfund pro Person.
Die Idee ist einfach: ein Festival, das man zugleich als Urlaub erleben kann. Die Tage gehören dem Wasser und der Küste, die Nächte der Musik, und das Ganze ist auf ein paar tausend Menschen zugeschnitten, die die Sprache des Labels bereits sprechen. Albanien ist der stille Geniestreich. Es bietet mediterranes Licht und klares Wasser zu einem Bruchteil dessen, was Ibiza oder die kroatische Küste heute verlangen, und es liegt für die meisten noch immer abseits der Festivalkarte.
Wer spielt?
Das Line-up kommt fast komplett aus dem eigenen Haus, und genau das ist der Punkt. Nox Vahn und Eric Luttrell führen ein Aufgebot an, das tief in den Katalog des Labels greift: Jody Wisternoff und James Grant, Eli & Fur, Spencer Brown, Qrion, Dusky, Dosem, Marsh, Durante und Tourist, unter anderem. Zwei Debüts stechen heraus: George FitzGerald bringt ein DJ-Set, und Orbit spielt zum ersten Mal beim Festival live.
Ein Label, das sechs Nächte an einem Strand allein mit den eigenen Künstlern füllen kann, ist nicht mehr bloß eine Plattenfirma. Es ist eine Welt, zu der die Menschen reisen.
Warum ist das für die Deep-House-Szene wichtig?
Explorations ist das deutlichste Beispiel dafür, wie ein Label einen Sound in ein Reiseziel verwandelt. Anjunadeep, das von Jody Wisternoff und James Grant von Above & Beyond gemeinsam geführte Deep- und Melodic-House-Label, hat jahrelang daran gearbeitet, Explorations zu einem jährlichen Ritual zu machen, das auf Reisen geht. In einer Szene, in der Loyalität alles ist, ist es eine enorm starke Position, das Festival, das Line-up und den Schauplatz selbst zu besitzen.



