Was passiert wirklich, wenn man draufschlägt?
Man schickt einen Snare-Schlag, einen Vocal-Chop, einen Gitarrenzupfer rein, alles mit klarem Transienten reicht, und Tessera regt zwölf parallele Resonatorstimmen an, jede auf eine Note des gewählten Akkords oder der Skala gestimmt. Die Snare kommt als Akkord zurück, der durch den Raum klingt. Hält man eine Fläche hinein, färbt sich ihr Sustain, sie beginnt sich zu bewegen statt starr zu bleiben. Audio Damage erzeugt die Tonhöhe hier nicht aus dem Nichts: das eingehende Signal ist der Funke, die Resonatorbank ist das Instrument, das antwortet.
Warum elf verschiedene Resonatormodelle?
Jedes Modell imitiert die Physik eines realen Objekts, statt nur einen generischen Filter anzuwenden. Es gibt eine gezupfte Karplus-Strong-Saite, eine gestrichene Waveguide-Saite und neun gebänderte Waveguide-Körper, die sich wie Stäbe, Glas, Glocken, Schalen, Membranen, Platten und Röhren verhalten. Ein Modellwechsel verändert den physikalischen Charakter der Antwort, nicht nur die Klangfarbe: Eine gezupfte Saite klingt anders aus als eine angeschlagene Schale, und eine gestrichene Saite hält einen Ton so, wie es keine Glocke je könnte. Grundton und Skala entscheiden dann, auf welchen Tonhöhen die zwölf Stimmen tatsächlich landen, von einfachen Dreiklängen bis zu vollen chromatischen Voicings.
Wer entscheidet, welche Stimme wann auslöst?
Das ist die Aufgabe der fünf Bewegungs-Engines. Contour verteilt die Stimmen in geformten, arpeggierten Wellen. SEQ bindet jede Stimme an einen Schritt eines Patterns. Strum spielt den Akkord an, wie es ein Gitarrist tun würde. Arp durchläuft die Stimmen nacheinander. Swarm lässt sie um ein bewegliches Zentrum wandern, statt einem festen Muster zu folgen. Decay-, Damping-, Brightness- und Spread-Regler formen den Ausklang darüber, das Ganze synchronisiert sich zum Tempo und unterstützt MTS-ESP für alle, die mit mikrotonalen Stimmungen arbeiten.
Für wen ist das eigentlich gedacht?
Für Producer, die Flächen und Plucks aus One-Shots bauen, statt Sample-Libraries zu durchwühlen, für Sound-Designer, die ein Instrument wollen, das auf ihr Eingangssignal reagiert, für alle, die im deep oder organic Ende der House-Szene arbeiten, wo eine Textur sich weiterbewegen muss, ohne sich zu wiederholen. Zum Einführungspreis von 34,95 € (49 € nach Ablauf des Fensters), lauffähig unter macOS, Windows und Linux als VST, VST3, AU, CLAP, LV2 und AAX, mit angekündigter iOS-AUv3-Version, ist es ein günstiger Weg, aus einem exportierten Drum-Bus ein physikalisch modelliertes Instrument zu holen.



