Was ist der PRO-A5 genau?
AudioKit Pro bringt den PRO-A5 heraus, einen polyfonen Synthesizer im Analogstil für iPhone und iPad, der sich offen am Sequential Prophet-5 orientiert, jenem Polysynth von 1978 von Dave Smith und John Bowen, der Disco, Pop und eine ganze Generation House-Platten durchzogen hat. Er läuft als eigenständige App und als AUv3-Plug-in, passt also direkt in ein mobiles Studio wie AUM, Cubasis oder Logic Pro fürs iPad.
Die Zahlen übertreffen das Original mit Absicht. Wo der Hardware-Prophet-5 fünf Stimmen bot, gibt der PRO-A5 zehn. Es gibt zwei Filter: einen gestuften, resonanten nach dem Vintage-Schaltkreis Rev 3 und einen sanften, modernen. Darüber liegen eine Sättigung, ein Bitcrusher, ein Chorus, ein Tremolo, ein Auto-Pan, ein Multi-Tap-Delay und ein Hall mit zwei Modi, dazu Hunderte Presets zum Durchstöbern.
Warum zählt ein 5-Dollar-Synth für House?
Der Prophet-5 ist keine Nischenreferenz. Seine Bläser, seine gläsernen Flächen und seine verstimmten Streicher stecken im Klang des klassischen House und der Disco, aus der er kommt. Das Problem war immer der Preis: ein Gerät aus der Zeit ist Sammlerware, und die moderne Neuauflage von Sequential liegt bei rund 3.500 $. Der PRO-A5 holt diese Stimme für weniger als ein belegtes Brötchen aufs Telefon.
Ein legendärer Polysynth passt jetzt in einen Download für unter 5 $. Das ändert, wer diese Musik machen kann.
Das ist die eigentliche Geschichte. Für eine Produzentin in Lagos, in Manila oder in irgendeinem Jugendzimmer ist der Abstand zwischen dem Klang auf den Platten und dem Equipment, das man sich leisten kann, gerade auf fast null geschrumpft.
Was er nicht kann
Bleiben wir ehrlich: Das ist eine Emulation, kein offizieller Prophet. Sequential, heute im Besitz von Focusrite, hat damit nichts zu tun, und ein Touchscreen sind keine Regler unter den Fingern. Schwere Patches können ältere Geräte fordern, und Puristen wollen weiter die Metallkiste. Nichts davon ändert die Schlagzeile: Das Herz eines der meistgeliebten Synthesizer der Geschichte passt jetzt in die Hosentasche, zum Preis eines Kaffees.



