Der AKS Mini von Behringer ist keine leise Neuauflage. Die Marke nimmt sich eines der am stärksten abgeschotteten Objekte der elektronischen Musikgeschichte vor, den EMS Synthi AKS, und legt eine funktionierende Version seiner Schaltungen für weniger als den Preis eines Mittelklasse-MIDI-Controllers in jedermanns Hände.

Was legt Behringer hier genau neu auf?

Der AKS Mini ging am 14. Juli 2026 in die Vorbestellung, für 99 Dollar in den USA, 99 Pfund in Großbritannien und 119 Euro im Euroraum. Behringer beschreibt ihn als originalgetreue Nachbildung der VCO- und VCF-Schaltungen des AKS aus den 1970er Jahren, mit einem analogen Signalweg, der durchgehend erhalten bleibt statt in einem Chip simuliert zu werden. Im Inneren stecken drei separate Oszillatoren mit variablen Säge- und Rechteckwellenformen, verschaltet für dreistimmige Paraphonie oder Unisono, dazu ein 16-Schritt-Motion-Sequencer, der Bewegungen in Echtzeit aufzeichnet. Es ist ein Design vom VCS-3-Typ, dieselbe Schaltungsfamilie, auf der EMS den AKS aufbaute, verdichtet auf Taschenformat, ein tragbarer Analogsynthesizer mit programmierbaren Patches.

Warum ist das Originalinstrument für diese Szene so wichtig?

Der EMS Synthi AKS hat sich seinen Ruf als das Referenzinstrument für eine ganz eigene, instabile Klangtextur erarbeitet. Pink Floyd setzte ihn in seinen Sessions der 1970er ein, Brian Eno stützte sich für Texturarbeiten darauf, die Ambient und die frühe elektronische Produktion mitprägten, und sein semimodulares Steckmatrix-Routing wurde zum Synonym für eine fremdartige, sehr manuelle Synthese, der viele Underground-Produzenten bis heute nachjagen. Das Problem war immer der Zugang: Originalgeräte sind selten, fragil, und taucht doch eines auf dem Vintage-Markt auf, kostet es mehrere tausend Dollar, unerreichbar ohne Sammlerbudget.

Der originale AKS definierte eine ganz eigene, instabile, fremdartige Textur. Diese Textur für 119 Euro zugänglich zu halten, zählt mehr als die Frage, ob der Klon perfekt ist.

Was steckt wirklich in der Box, und wann kommt sie?

Behringers Datenblatt deutet auf ein kompaktes, tragbares Gerät hin, aufgebaut um diesen analogen Drei-Oszillator-Kern und den 16-Schritt-Sequencer, gedacht für Produzenten, die den Klangcharakter des AKS wollen, ohne einem verfallenden Original hinterherzujagen. Die Vorbestellung lief vom 14. bis 15. Juli 2026, und Behringer kündigt den Versand einige Monate später an, die übliche Vorlaufzeit für eine der Neuauflagen der Marke.