Wer spielt, und wo genau?

Am Samstag, dem 20. Juni 2026, übernimmt Carl Cox die Gärten des Château de Chantilly, eines der bekanntesten Anwesen Frankreichs, für eine einzige Open-Air-Show. An seiner Seite, als Special Guest, Mau P, der niederländische Produzent von "Drugs From Amsterdam" und einer der am schnellsten aufsteigenden Namen im Tech House. Die Paarung ist kein Zufall: Beide bewegen sich auf derselben Spur, einer kräftigen, rollenden Techno- und Tech-House-Linie, und genau diese Gangart wird der Garten die ganze Nacht fahren.

Veranstaltet wird die Show von Gärten, der französischen Marke, die sich als Luxus-Label für Elektro-Events versteht und sich einen Namen damit gemacht hat, Weltklasse-DJs in historische Kulissen zu setzen. Sie hat dieselben Gärten bereits zweimal ausverkauft, mit Solomun 2024 und 2025, kennt also den Umgang mit einer großen Menge auf diesem Anwesen. Hinter der Produktion stehen Atlas Artists und Live Nation, und das Bühnenbild übernimmt High Scream, das Team hinter den Räumen, in denen Cox im Hï Ibiza arbeitet.

Wie groß ist das wirklich?

Groß. Mehr als 15.000 Menschen werden in den Gärten erwartet, was den Abend zu einem der größten Elektro-Termine des französischen Sommers macht, weit entfernt von einem feinen Dinner im Schloss. Normalerweise füllt sich das Anwesen mit Kulturbesuchern und ruhigen Spaziergängen durch die von Le Nôtre angelegten französischen Gärten. Für eine Nacht kippt es in einen Open-Air-Club.

Ein französischer Garten aus dem 17. Jahrhundert, 15.000 Leute und Carl Cox an den Reglern. Das ist kein Kulturkonzert, das ist ein Rave mit Postkartenkulisse.

Der Kalender schärft den Moment. Es gilt als Cox' einziger Termin im Großraum Paris 2026 und fällt auf den Vorabend der Fête de la Musique, des jährlichen Musikfeiertags des Landes, mitten in der Pariser Fashion Week. Für eine Stadt, die ihren Dance-Kalender ernst nimmt, ist das fast die lauteste Ansage, die ein einzelner Termin machen kann.

Ist das wirklich ein 700 Jahre altes Schloss?

Nicht ganz, und das sollte man ehrlich sagen. Die Geschichte des Anwesens reicht weit zurück: Im Mittelalter stand hier bereits eine Festung auf dem Fels, und die Familie de Montmorency übernahm den Ort 1484. Doch die Gebäude, die man heute sieht, sind deutlich jünger. Das Petit Château entstand um 1560, und das Grand Château wurde zwischen 1875 und 1882 neu errichtet, nachdem der Bau aus der Zeit vor der Revolution abgerissen worden war. Die Romantik vom "mittelalterlichen Schloss, das einen Rave beherbergt" stimmt also im Geist, aber der Palast, den man sieht, ist Renaissance und 19. Jahrhundert, keine sieben Jahrhunderte alt. Das Gelände gehört heute dem Institut de France, was die Entscheidung, es für eine Nacht einer Techno-Menge zu überlassen, umso bemerkenswerter macht.