Was verspricht Change The Beat konkret?
Die Non-Profit-Organisation von Sydney Blu, die sich diesen Monat von 23by23 in Change The Beat umbenannt hat, unterlegt ein Versprechen mit konkreten Zahlen, das die Dance-Music-Industrie sonst gerne vage lässt. Das Ziel: 300 Plattenverträge für Frauen und nichtbinäre Künstlerinnen bis 2028, eine Zahl, die sich innerhalb von fünf Jahren auf 600 verdoppelt und innerhalb eines Jahrzehnts auf 1.500 steigt. Die Organisation startet nicht bei null: Sie gibt an, bereits über 100 Vertragsabschlüsse vermittelt zu haben, innerhalb einer Community von mehr als 1.200 Mitgliedern.
Zu den Partnerlabels des Versprechens gehören Drumcode, Armada und Anjunadeep, drei Labels mit echtem A&R-Gewicht in Techno, trance-nahen Sounds und Deep House. Ihre Namen an eine konkrete Zielzahl zu binden, statt an eine allgemeine Unterstützungserklärung, macht daraus etwas, an dem die Branche tatsächlich gemessen werden kann.
Wie kommt eine Künstlerin darüber wirklich an einen Vertrag?
Der Mechanismus ist neu: The Demo Room, ein Programm, das Einreichungen direkt an das A&R-Team der Labels weiterleitet und echtes Feedback garantiert, statt Schweigen. Wer schon einmal eine Demo ins Leere geschickt hat, weiß, dass genau das für die meisten Künstlerinnen die eigentliche Hürde ist, nicht fehlendes Talent. Change The Beat hat außerdem seinen Remix Contest neu aufgelegt, diesmal mit SIPPY, DeadBeats und HEKATE Records als Partnern, ein zweiter, risikoärmerer Einstieg auf den Radar eines Labels.
„Wir sind nicht nur hier, um über die Hürden zu reden. Wir sind hier, um Teil der Lösung zu sein", sagte Sydney Blu über die Initiative.
Warum überhaupt eine Zahl darauf setzen?
Weil sich Zahlen überprüfen lassen. Jedes Label kann behaupten, Diversität wichtig zu finden, ohne je jemanden zu signen; ein Label, das an „1.500 innerhalb eines Jahrzehnts" gebunden ist, hat einer öffentlichen Erfolgsmessung zugestimmt. Ob Drumcode, Armada und Anjunadeep ihren Anteil an diesem Ziel erreichen oder ob die Branche es bei der Schlagzeile belässt und weiterzieht, sagt mehr über die A&R-Kultur der Dance Music aus als jede Podiumsdiskussion.



