Was zeigt „Love Is Stronger" wirklich?
„Love is Stronger. Von Loveparade zu Rave The Planet" startet am 31. Juli 2026 kostenlos in der ARD Mediathek, bevor der Film am 12. August um 22:15 Uhr im rbb Fernsehen läuft. Regie führte Britta Mischer für Beetz Brothers in Kooperation mit 25films, koproduziert von ARD Kultur, WDR, rbb und SWR, und der 90 minütige Film greift auf bislang unveröffentlichtes Archivmaterial zurück. Er begleitet Dr. Motte (Matthias Roeingh) und seine Partnerin Ellen Dosch-Roeingh zwischen 2022 und 2025, mit Auftritten von Loveparade Mitbegründerin Danielle de Picciotto, Westbam und der Designerin Heike Mühlhaus. Laut kulturigo.de baute Regisseurin Mischer den Film um die These, dass Techno seit Jahrzehnten Grenzen überwindet und Menschen verbindet, eine These, die das Archivmaterial belegen soll statt sie nur zu behaupten.
Warum ist die ursprüngliche Loveparade wirklich gescheitert?
Dr. Motte meldete die erste Loveparade am 1. Juli 1989 als politische Demonstration unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen" an, ein paar hundert Menschen, die hinter einem einzigen Soundwagen über den Ku'damm tanzten. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde daraus die größte Straßenparty der Welt, über eine Million Teilnehmer pro Jahr, und mit der Größe kamen Sponsorenverträge, städtische Gebühren und ein stetiger Verlust des ursprünglichen Protestcharakters. Berlin veranstaltete die Parade nach 2006 nicht mehr, sie zog ins Ruhrgebiet, und bei der Ausgabe 2010 in Duisburg kamen bei einer Massenpanik in einer Unterführung 21 Menschen ums Leben, mehr als 650 wurden verletzt. Danach wurde die Veranstaltung endgültig abgesagt. Dieser Absturz, kommerzielle Überdehnung gefolgt von einer menschlichen Tragödie, ist das eigentliche Thema des Films, nicht bloß Nostalgie für den Ku'damm der Anfangsjahre.
Wofür kämpft Rave The Planet heute wirklich?
Dr. Motte und Ellen Dosch-Roeingh gründeten die gemeinnützige Rave The Planet gGmbH 2019, um den politischen Geist der Parade wiederzubeleben, nicht ihre Größe, und veranstalteten 2022 in Berlin die erste Ausgabe nach der Pandemie unter dem Motto „Together Again". Der eigentliche Kampf war juristisch: die deutschen Behörden dazu zu bringen, Technoclubs als schützenswerte Kulturinfrastruktur zu behandeln statt als Nachtleben, das man wegplant. Im März 2024 erzielte diese Kampagne ihren ersten echten Erfolg, als die Deutsche UNESCO Kommission die Berliner Techno und Clubkultur in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufnahm, eine offizielle nationale Anerkennung, die eine spätere internationale UNESCO Bewerbung vorbereiten kann. Der Rave The Planet Umzug 2026 kehrt am 15. August auf die Straße des 17. Juni zurück, zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern, unter dem Motto „IMAGINE LOVE", mit der gleichnamigen Hymne von Dr. Motte und Tommahawk, die am 10. Juli erschien, und einer offiziellen Afterparty in der Columbiahalle.



