FM-Synthese ist der Sound, den viele Produzenten lieben und fast niemand programmieren will. Der Yamaha DX7 prägte die gläsernen E-Pianos, die metallischen Glocken und die harten Digitalbässe, die durch House und Pop der späten 80er liefen, und schreckte dann alle mit einer Menü-Oberfläche ab, die das Bauen eines Patches wie Steuererklärung wirken ließ. M-VAVE, der chinesische Hersteller, der vor rund einem Jahr mit dem unter 100 Euro teuren Keyboard SMK-37 Pro für Aufsehen sorgte, hat gerade eine Box gezeigt, die genau dieses Problem angeht: den FM-1, einen akkubetriebenen Desktop-FM-Synth, von Synth Anatomy am 14. Juni 2026 beschrieben.
Was steckt wirklich im FM-1?
Unter der Haube sitzt eine FM-Engine mit sechs Sinus-Operatoren, das klassische DX7-Layout, mit 32 Algorithmen, die festlegen, wie sich diese Operatoren als Träger oder Modulatoren verschalten, und einer eigenen ADSR-Hüllkurve auf jedem. Die Stimmenzahl der Polyphonie wurde nicht genannt. Der Punkt, der für alle mit Geschichte in diesem Sound zählt: Er importiert SYSEX-Bänke direkt vom Yamaha DX7, also laden jahrzehntealte Klassiker einfach hinein. Die Produktangabe von M-VAVE stellt dieser Engine 128 Presets, einen Arpeggiator mit 7 Modi und einen 16-Step-Sequencer zur Seite, dazu sechs regelbare Effekte: Filter, Reverb, Delay, Distortion, Chorus und Phaser.
Warum ändert die Bauform die Ansage?
Der SMK-37 Pro vergrub eine DX7-Engine in einem MIDI-Keyboard. Der FM-1 ist das erste Mal, dass M-VAVE ein eigenständiges Desktop-Instrument um die Idee herum baut, und auf der Frontplatte passiert die Demokratisierung. Acht Regler, 14 Menütasten und 27 Silikontasten unter einem farbigen TFT-Display, das den aktiven Algorithmus in Echtzeit zeichnet: Endlich sieht man, welcher Operator welchen speist, statt eine Zahl auf einem zweizeiligen Display zu entziffern. Diese Darstellung ist der größte Grund, warum FM immer schwerer wirkte, als sie ist.
Ein 2000-mAh-Akku, rund 12 Stunden Spielzeit, ein eingebauter Lautsprecher, der beim Einstecken der Kopfhörer stummschaltet, und eine Box klein genug für den Klapptisch im Flieger.
Wie wird verbunden?
USB-C übernimmt Strom und MIDI, es gibt Bluetooth BLE MIDI für eine kabellose Verbindung, und einen MIDI-Eingang über 3,5-mm-TRS-Klinke für Hardware. Er ist class-compliant, taucht also ohne Treiber unter macOS, Windows, iOS und Android auf, und der eingebaute Lautsprecher schaltet beim Erkennen von Kopfhörern automatisch stumm. Er kommt in mehreren Farben. Der Preis steht noch aus, M-VAVE nennt eine baldige Verfügbarkeit.



