Was ist MIRROR WORLD?

Nyege Nyege hat ein Jahrzehnt damit verbracht, ein Festival am Flussufer in Uganda in eine der wichtigsten Plattformen für afrikanische Underground-Musik zu verwandeln. Jetzt steckt es seine Fahne in Europa. MIRROR WORLD, die erste europäische Ausgabe, läuft am 25. und 26. September in Brüssel, zwischen CityGate und La Fabriek, mit drei Bühnen und über 40 Acts. Das Zwei-Tages-Ticket kostet 30 Euro, was in der Festivalökonomie von 2026 fast schon für sich genommen ein politisches Statement ist.

Warum Brüssel, und warum jetzt?

Die Veranstalter verstehen es als zweites Zuhause, nicht als Franchise. «Wir haben das Gefühl, dass ein kleines Zuhause in Brüssel hilft, unsere europäische Community zusammenzubringen und wachsen zu lassen, was wiederum viele Gelegenheiten schafft, neue Acts zu zeigen», so das Team. Das Programm ist die ganze Bandbreite von Nyege Nyege: DJ-Sets, Livekonzerte, Performances, Talks, Ausstellungen und Filmvorführungen, kuratiert zusammen mit dem Künstler und Poeten Eden Tinto Collins und der Agentur Liquiid.

Anti-linear, gegen den Headliner-Fetisch, in der Community verwurzelt und radikal zugänglich.

Zählt das über Belgien hinaus?

Unbedingt. Jahrelang war Nyege Nyege eine Einbahnstraße, über die europäische Booker einflogen, um Acts wie DJ Travella und die Crew von Sounds of Sisso zu entdecken. Ein fester europäischer Termin dreht die Fahrtrichtung um und gibt diesen Acts eine eigene Bühne auf dem Kontinent. Die ugandische Ausgabe hat zudem bewiesen, dass sich das Modell rechnet: Ihre jüngste Auflage spülte rund 2 Millionen Dollar in die lokale Wirtschaft, wovon knapp 80 Prozent bei den Betrieben vor Ort landeten.