Was genau ist Pedro Winters neuer Job?

Pedro Winter, den der Dancefloor als Busy P kennt, hat zwei neue Zeilen auf der Visitenkarte. Er ist Global Head of Creation von Because Music und Co-Direktor des französischen Geschäfts der Gruppe, mit Sitz in Paris. Das Mandat ist ungewöhnlich breit. Auf der französischen Seite verantwortet er das gesamte Front Office: Marketing, Katalog, Promotion, Künstlerbetreuung, Image, Digital, Vertrieb, Supply Chain, Synchronisation, Merchandising und Markenpartnerschaften. Weltweit ist sein Auftrag der kreative: Er steuert die audiovisuelle und klangliche Identität eines Hauses, dessen Roster von Justice bis Christine and the Queens reicht. Kurz gesagt: Der Gründer eines der prägendsten elektronischen Labels Frankreichs hat gerade einen Spitzenposten bei einem seiner größten Independents übernommen.

Warum übernimmt ein Label-Gründer einen Führungsposten in einem größeren Haus?

Weil die beiden seit zwei Jahrzehnten umeinander kreisen. Ed Banger Records und Because arbeiten seit 2005 zusammen, ein Jahr nachdem Emmanuel de Buretel Because 2004 gegründet hatte. De Buretel begrüßt einen Partner, der das Label nach seinen Worten seit so langer Zeit mit seinem eigenen großartigen Label begleitet und nun mit einem echten gemeinsamen Wunsch nach Synergie dazustößt.

«Denn "Co-" heißt koexistieren, mitsteuern, zusammenarbeiten, gemeinsam sein und handeln», sagte Pedro Winter und knüpfte seine Ernennung an die gemeinsame Geschichte der beiden Labels.

Der Subtext ist der Zustand der unabhängigen Musik heute. Größe und Katalog sind dort, wo das Geld liegt, und ein gut finanzierter Independent, der noch aus dem Bauch heraus statt nach Tabellenkalkulation verpflichtet, ist eine Seltenheit. Because, Heimat von Justice, Christine and the Queens, Metronomy und Oklou, wettet darauf, dass der Mann, der French Touch zum globalen Exportprodukt machte, dasselbe über einen weit größeren Katalog leisten kann.

Was bedeutet das für die ganze Szene?

Winter ist keine Back-Office-Verpflichtung. Er managte Daft Punk von 1996 bis 2008, machte Ed Banger ab 2003 zur Heimat von Justice, SebastiAn, Breakbot, Mr Oizo, Cassius, dem verstorbenen DJ Mehdi und Myd und machte aus einem Pariser Sound einen weltweiten. Diesen Instinkt an die Spitze der Kreation eines Labels mit echtem kommerziellem Gewicht zu setzen, ist eine Wette darauf, dass Geschmack und nicht Prozess noch immer Platten verkauft. Die offene Frage, die die Mitteilung nicht beantwortet: Was wird aus der täglichen Unabhängigkeit von Ed Banger, nun da sein Gründer einen gruppenweiten Posten hat.