Was steckt auf «Spectrum»?

Roger Sanchez hat seit 2006 kein Studioalbum mehr vorgelegt. Zwanzig Jahre später meldet sich der New Yorker House-Veteran mit «Spectrum» zurück, digital ab 5. Juni 2026 auf seinem eigenen Label Stealth Recordings. 13 Tracks, rund 43 Minuten und, nach eigener Aussage, sechs Jahre Arbeit, vieles davon geschrieben, während er in Shoreditch lebte. Ein rotes transparentes Triple-Vinyl folgt am 26. Juni.

Ich arbeite seit sechs Jahren daran, es ist also wirklich eine Herzensangelegenheit. Da stecken Farben aus dem Vereinigten Königreich, aus Spanien, aus den USA drin: All das gehört zum Spektrum.

Wer ist dabei?

Die Gästeliste liest sich wie eine Landkarte des britischen und amerikanischen Dance-Pop. Fedde Le Grand taucht auf 'Grinnin'' auf; Mel C von den Spice Girls singt auf 'I Don't Wanna Know'; Karen Harding trägt den Fokus-Track 'How Do We Say Goodbye'; Kele Le Roc, Kelli-Leigh, Low Steppa und Donae'O füllen den Rest. Die ersten Singles, 'Grinnin'', 'Come My Way' und 'Temptation', geben den Ton vor: Vocal House für die großen Säle statt für die Ränder des Underground.

Warum zählt ein Album von Roger Sanchez noch immer?

Sanchez gehört zum Hochadel des House. Er wuchs in der New Yorker Szene auf, gewann einen Grammy und brannte 'Another Chance' einer ganzen Generation von Tanzflächen ins Gedächtnis. Ein komplettes Album von ihm ist schon für sich genommen selten; eine Pause von zwanzig Jahren macht es zum Ereignis. Und es kommt nicht aus dem Nichts: Es bringt einen vollen Sommer mit, seine Flower-Power-Residency im Pacha auf Ibiza, Auftritte auf europäischen Festivals und Hacienda-Classical-Konzerte. Die Platte ist außerdem ein leiser Test: Hat klassischer Vocal House 2026 noch einen Platz im Mainstream?