Woher kam das Wachstum der SACEM 2025 wirklich?
Nicht aus Frankreich. Die SACEM sammelte 2025 weltweit 1,704 Milliarden Euro ein, ein Rekord, ein Plus von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr. Frankreich blieb mit 859 Millionen Euro insgesamt stabil, was in einem Rekordjahr bedeutet, auf der Stelle zu treten. Der gesamte Motor war international: 845 Millionen Euro außerhalb Frankreichs eingezogen, ein Plus von 13 %. Legt man diese beiden Zahlen nebeneinander, erzählt sich die Geschichte von selbst. Der Heimatmarkt ist reif, und das Geld, das noch in Bewegung ist, bewegt sich über Grenzen hinweg.
Das ist kein Ausreißer eines einzigen Jahres. In den letzten zwei Jahren stiegen die digitalen und internationalen Einnahmen um 30 %, und rund 40 % der von SACEM-Mitgliedern erzeugten Streaming-Rechte werden heute direkt im Ausland eingezogen. Der Schwerpunkt ist von der französischen Radio- und Veranstaltungswirtschaft hin zu einer globalen, Streaming-zuerst geprägten Welt gewandert.
Was bedeutet das für House- und Elektronik-Produzenten?
Genau hier sollte die Szene genau hinschauen. Das Wachstum bündelt sich in genau den beiden Spalten, in denen Clubmusik-Schaffende leben: digital und international. Ein Deep-House-Produzent in Lyon oder Marseille lebt so gut wie nie vom französischen terrestrischen Radio. Sein Publikum ist auf den Plattformen, seine Abrufe kommen aus Berlin, London, Lagos, São Paulo, und seine Rechte überqueren Grenzen von Haus aus. Die Zeile, die im Ausland um 13 % zulegte, und die digitale Zeile, die den Sprung von 30 % in zwei Jahren trug, sind strukturell genau die Spuren, die elektronische Musik tragen.
Die Provisionssenkung macht das Bild noch schärfer. Ab 2026 sinkt der Satz auf Online-Rechte auf 7 %, finanziert durch Effizienzgewinne nach dem Umzug der Plattform URights in die Cloud. Eine niedrigere Provision auf digitale Rechte ist eine direkte Gehaltserhöhung für alle, die vor allem von ihren Abrufen leben, und dieses Profil ist jung, unabhängig und elektronisch. Wir hängen keine Zahl daran, die veröffentlichten Ergebnisse schlüsseln keine Genres auf, aber die Richtung ist alles andere als unklar.
Der Heimatmarkt ist reif. Das Wachstum und die niedrigere Provision landen beide auf den digitalen und internationalen Rechten, die Clubmusik tragen.
Kommt bei den Urhebern wirklich mehr an?
Ja, und schneller als die Einnahmen. Die SACEM schüttete 2025 1,502 Milliarden Euro an Urheber und Verlage aus, ein Plus von 9 % und damit über dem Einnahmenwachstum von 7,5 %. Die Zahl der vergüteten Urheber und Verlage stieg von mehr als 510.000 im Jahr 2024 auf 663.000 im Jahr 2025, die Ausschüttung erreicht also mehr Namen, nicht nur größere. Die Verwaltungskostenquote blieb bei 9,8 %.
Was macht die SACEM mit dem Rest?
Über die Umverteilung hinaus steckte die SACEM 2025 17,8 Millionen Euro in kulturelle Förderung und unterstützte 3.801 Projekte, darunter 1.250 Konzerte und Musikveranstaltungen sowie 514 Festivals. Für eine Szene, die auf Clubs und Festivalbühnen gebaut ist, ist dieser Topf nicht abstrakt: Er gehört zu dem, was die Bühnen offenhält, auf denen die Tracks eines Produzenten laufen.



