Spotify hat jetzt eine Zahl auf etwas geheftet, das nigerianische Künstler längst spürten. 2025 brachte ein Stream den lokalen Acts rund 1,98 Naira ein, und die Spotify-Chefin für das südliche Afrika, Jocelyne Muhutu-Remy, hat nun offiziell erklärt, warum diese Zahl bleibt, wo sie ist.

Warum zahlt ein nigerianischer Stream so wenig?

Weil die Vergütung den Einnahmen folgt und die Einnahmen einem bewusst niedrigen Preis. Muhutu-Remy stellt es als Entscheidung dar: die Abos bezahlbar halten, statt einem globalen Richtwert hinterherzulaufen. "We cannot just say, let us try to meet our benchmark and multiply and increase unreasonably," sagte sie. "We need to take into consideration people's reality."

Diese Realität zeigt sich auf der Preisliste. Ein nigerianisches Premium-Abo kostet rund 1.600 Naira, knapp 1,16 Dollar, während dasselbe Abo in Südafrika etwa 4,29 Dollar kostet, in Kenia 3,23 und in Ghana 2,07. Geringere Ausgaben pro Abonnent bedeuten einen kleineren Topf, der pro Abspielung verteilt wird, und die Vergütung pro Stream ergibt sich direkt aus dieser Rechnung.

Geht es darum, Preise zu erhöhen oder Nutzer zu gewinnen?

Nutzer zu gewinnen. Spotify setzt darauf, dass die Vergütung mit der zahlenden Basis steigt, nicht mit dem Preis. "If the revenue per user is at that level, then it is going to be less," sagte Muhutu-Remy. "For us, that is the most important thing, really building that habit and making it a daily thing for Nigerians and Africans to stream music."

Nur weil Spotify in Nigeria weniger kostet, ist ein nigerianischer Fan nicht weniger wert.

Das Wachstum, auf das sie verweist, ist real. Die Einnahmen nigerianischer Künstler sind in zwei Jahren um mehr als 140 Prozent gestiegen, mit über 60 Milliarden Naira, knapp 43,9 Millionen Dollar, ausgezahlt aus 30,3 Milliarden Streams im Jahr 2025. Rund 58 Prozent dieser Tantiemen gingen an unabhängige Künstler und Labels, und das ist der Teil, der für den Underground am meisten zählt.

Was bedeutet das für unabhängige und Underground-Künstler?

Es bedeutet, die Dollar-Zeile zu lesen, nicht nur die in Naira. In Dollar gerechnet stagniert Nigerias Auszahlung faktisch bei rund 39 Millionen seit 2023, obwohl die Naira-Zahlen und die Stream-Zahlen klettern. Das Wachstum wird von der fallenden Währung aufgesogen, ein häufiger gehörter Katalog führt also nicht zu proportional dickeren Schecks im Ausland. Für Deep-, Afro- und Tech-Produzenten, die unabhängig arbeiten, bleibt die Lehre dieselbe: Streaming ist Vertrieb und Entdeckung, das echte Geld steckt in den Mastern, im Direktverkauf und im Live-Geschäft.