Berliner Clubs bekommen fast nie ein Happy End, also lies dieses hier genau wegen der Mechanik. Am 15. Dezember 2025, Wochen bevor sie endgultig schliessen sollte, unterschrieb die Wilde Renate einen neuen Vertrag uber weitere 10 Jahre. Das Detail, das fur jede andere bedrohte Spielstatte der Stadt zahlt, ist, wer ihn moglich machte: nicht die Kulturverwaltung, sondern Berlins Wirtschaftsverwaltung unter Senatorin Franziska Giffey.

Wie wurde die Renate wirklich gerettet?

Der Friedrichshainer Club, seit 2007 am Osthafen als Salon zur Wilden Renate geoeffnet, kundigte im August 2024 an, Ende 2025 zu schliessen, sobald der Mietvertrag auslauft. Das Team konnte sich mit dem privaten Eigentumer des Gebaudes nicht einigen, und der oeffentliche Abschied begann.

Dann funktionierte der Hinterkanal. In den eigenen Worten des Clubs wurden nach "Monaten der Unsicherheit die Grundlagen fur eine neue Zusammenarbeit gelegt, und am 15. Dezember erhielten wir einen neuen Mietvertrag uber weitere 10 Jahre". Der Club schreibt Giffey, Berlins Senatorin fur Wirtschaft, Energie und Betriebe, die "rechtliche Unterstutzung und Begleitung" zu, die ihnen, wie die Renate es formuliert, halfen, "einige unserer haertesten Zeiten zu uberstehen". Zum Deal kamen eine neue Betreibergesellschaft und ein struktureller Umbau.

Warum zahlt es so sehr, welche Verwaltung half?

Das ist der Teil, den die Szene verinnerlichen sollte. Clubsterben wird meist als Kulturthema erzaehlt, und Kulturverwaltungen haben so gut wie keinen Hebel auf die Mietrechnung eines privaten Vermieters. Eine Wirtschaftsverwaltung schon. Sie kann einen Club als Unternehmen und Arbeitgeber behandeln, die richtigen Leute an einen Tisch holen und einen kommerziellen Deal vermitteln, den das Kulturressort schlicht nicht zustande bringt.

Die Lehre ist nicht, dass Berlin seine Clubs liebt. Sie ist, dass das Nachtleben als Wirtschaft und nicht als Kulturerbe zu rahmen das war, was eine Unterschrift unter einen Zehnjahresvertrag setzte.

Diese Umdeutung ist gerade in ganz Europa das ganze Spiel, vom deutschen Vorstoss, Clubs neu einzustufen, bis zum britischen Kampf um rechtliche Anerkennung. Die Renate ist der Machbarkeitsnachweis im Kleinen: Wenn eine Spielstatte als Arbeitsplaetze, Umsatz und Infrastruktur argumentiert wird, oeffnen sich Tueren, die das Sentiment verschlossen haelt.

Was passiert jetzt mit dem Club?

Kein normaler Betrieb am ersten Tag. Eigentumer Robert Kreissel war offen: "Wir muessen den Club im Grunde neu starten, das Team wieder aufbauen, Ablaeufe neu organisieren, neue Bookings angehen und fur eine Zukunft planen, die als willkommene Ueberraschung kam." Die Renate plante eine 86-stundige Silvesterparty zum Abschluss von 2025 und danach eine voruebergehende Schliessung zum Wiederaufbau. Es gibt auch Schaeden zu reparieren: Ein Brand im Juni 2025 wuetete durch einen Grossteil des Aussenbereichs, bevor die Einsatzkraefte das Hauptgebaeude retteten. Ein Zehnjahreshorizont verschafft die Zeit, es richtig zu machen.