Wie prototypisiert man ein Raster-Instrument für umsonst?
Man plündert eine Spielzeugkiste. Bevor Push die schicke schwarze Platte war, die auf der Hälfte aller Laptops in jedem Backstage liegt, war er ein Haufen Lego. Abletons Hardware-Chef Jesse Terry baute den ersten funktionierenden Entwurf, indem er Controller zersägte, die er bereits besaß, und die gewünschten Tasten auf Legosteine klebte. Es ging um Tempo und null Festlegung. Nichts war für immer verklebt, also war nichts eine Entscheidung, die er am nächsten Morgen nicht zurücknehmen konnte.
Die Innereien waren geliehen. Der Pad-Bereich, der zu Pushs Markenzeichen wurde, war ein Novation Launchpad. Die Regler und Fader, die die Pads flankieren, stammten aus einem Novation Remote SL Compact, und das Lego war das Gehäuse, das diese seitlichen Bedienelemente in der Position hielt, die Terry in jener Woche testete.
"Der Lego-Prototyp durchlief sehr, sehr viele Phasen, in denen Tasten verschoben wurden. Es war spielerisch und nicht endgültig", erzählte Terry dem Powerhouse Museum.
Warum zählt ein Entwurf aus Spielzeugsteinen?
Weil das Layout das Instrument ist. Ein Raster-Controller steht und fällt damit, wo die Hände landen, und das findet man nur heraus, indem man Dinge verschiebt und spielt. Pappe und Lego ließen Terry dem Gefühl nachjagen statt dem Datenblatt. Er hat erzählt, er habe einen Haufen anderer Produkte zerschnitten und die Teile gesampelt, die er wollte, derselbe Instinkt, den ein Produzent an einen Sampler heranträgt, auf Hardware angewandt. Dieser vergängliche Ansatz ist der Grund, warum Push beim Erscheinen 2013 schon ausgereift wirkte: Die Ergonomie war im Plastik ausgefochten worden, lange bevor eine einzige Form gefräst wurde.
Darin steckt auch eine leisere Idee. Terry spricht von den kleinen menschlichen Abweichungen "abseits des Rasters", die der Musik ihre Seele geben, und Push wurde gebaut, um etwas von dieser Lockerheit zu bewahren, statt alles in eine starre Box zu quantisieren. Die Lego-Phase ist der Ort, an dem diese Philosophie körperlich wurde.
Warum steht er jetzt in einem Museum?
Weil er ein echtes Artefakt dafür ist, wie moderne elektronische Musik entsteht. Das Powerhouse Museum in Sydney, Australiens große Institution für Design und Technologie, hat einen von nur zwei erhaltenen Push-Prototypen erworben und Terry dabei gefilmt, wie er dessen Ursprünge durchgeht. Ein zusammengeklebtes Lego-Gerät, das neben echten historischen Instrumenten in eine nationale Sammlung einzieht, ist ein ehrliches Zeichen dafür, wie zentral das Duo aus Laptop und Raster für die Art geworden ist, wie Platten heute gebaut werden.



