Die meisten Labels kündigen eine Sommerkampagne mit einem Sizzle-Reel und einem Guest Mix an. Devianza Records hat es getan, indem es einen Track namens "Fuck The VIP" in den Katalog gesetzt hat. Das italienische Label, geführt von Gianluca Motta, Alex Satry und Nunzio Santagata, baut einen bewusst anti-elitären Tech-House-Katalog auf und richtet ihn auf den einen Markt, der normalerweise für das Gegenteil steht: Ibiza.

Wofür steht Devianza Records eigentlich?

Die Ansage ist anti-Gatekeeping und anti-Trend, und die Gründer sagen es unverblümt. "We want to be free and try to create today what will be liked tomorrow, without rules and 'trends'," lautet ihre erklärte Linie. Sie betonen sorgfältig, dass dies kein Krieg gegen Pop ist, sondern eine Weigerung, dem hinterherzulaufen, was der Floor letzte Saison wollte.

Der Track "Fuck The VIP", ein Cut von Gianluca Motta und Alex Satry, ist das Statement. Der Titel erledigt die offensichtliche Arbeit, aber darunter geht es um die Frage, wem das Feiern eigentlich gehört. In einer Saison, in der die Ibiza-Schlagzeilen von Tischmindestumsätzen und Gästelisten handeln, bezieht ein Label, das diesen Satz auf eine Platte setzt, Position, das ist nicht nur ein Witz.

Wie klingt die Musik?

Das ist Club-Tech-House und House, gebaut für eine Anlage und nicht für eine Playlist. Die Releases liegen meist zwischen 125 und 130 BPM, der Arbeitsbereich für einen Ibiza-Raum zur Peaktime. Die aktuelle Reihe umfasst "This Is a Bomb" von Gaty Lopez mit 130, "All Around The World" von Lino Di Meglio mit 125, "Black Dog Dreams" von Simo Wild mit 127 und "Bond's Groove" von Manomic.

Eine Anti-VIP-Platte bedeutet nur dann etwas, wenn der Groove einen Mainfloor wirklich abräumen kann. Bei Tempo und Absicht sind diese genau dafür gebaut.

Kann ein Anti-VIP-Label auf Ibiza wirklich funktionieren?

Das ist die offene Frage. Ibizas Ökonomie läuft genau auf der VIP-Kultur, gegen die Devianza stichelt, und vieles vom "Underground"-Branding auf der Insel ist Marketing statt Praxis. Der Lackmustest werden die Bookings sein. Wenn diese Platten in Räumen landen, die sie zur Peaktime tatsächlich spielen, hat die Haltung Biss. Wenn sie auf kuratierten Playlists wie "This is Gianluca Motta" bleiben, ist es ein netter Gedanke mit einer guten Bassdrum.