Freerange Records wird dieses Jahr 30, und statt das mit einer einzigen Compilation zu markieren, zieht das Label die Feier über eine ganze Reihe. Volume One erschien am 29. Mai 2026 als Auftakt einer Folge von fünf EPs, die insgesamt 30 Tracks von 30 Artists umfassen, mit einer Vinylbox am Ende. Für ein Label, das drei Jahrzehnte im unabhängigen Underground-Deep-House verbracht hat, passt dieser langsame Rollout viel besser zum Selbstverständnis des Labels als ein einziger großer Release.
Wer hat Freerange gegründet, und warum zählen diese 30 Jahre?
Freerange wurde 1996 von Tom Roberts und Jamie Odell gegründet, Letzterer besser bekannt als Jimpster, der seither der kreative Anker des Labels ist. Dreißig ununterbrochene Jahre sind selten in der Dance Music, wo die meisten Imprints kurz hell aufleuchten und binnen eines Jahrzehnts dichtmachen. Freerange ist stattdessen einer der beständigsten Namen im Deep House geworden, 2007 vom DJ Mag zum Best British Label gewählt und bis heute aktiv.
Die Jubiläumskampagne läuft parallel zu Jimpsters eigener jüngster Bassic Rollers EP aus genau dieser Geburtstagsphase, das Label nutzt den Meilenstein also, um seinen Gründer und sein Roster in denselben Rahmen zu setzen.
Wer ist auf Volume One?
Die erste EP bringt sechs Tracks und mischt bewusst die Ären. Josh Wink steuert NGF bei, neben Everything von Ralph Session (mit Brandon Markell Holmes), Mixed Messages von Philippa, Shark Drunk von Palm Skin Productions, The Flying Fox von Nacho Marco und Janet Nice von Lovebirds. Das Label beschreibt die gesamte Reihe als handverlesenen Querschnitt durch das Freerange-Kontinuum, der die Artists, die den Sound geprägt haben, mit neueren Stimmen zusammenbringt, die ihn weitertreiben.
Dreißig Tracks, dreißig Artists, fünf EPs, eine Box: Freerange behandelt seinen Geburtstag als Saison, nicht als einzelnen Release.
Volume One erscheint als limitierte 12-Inch-Vinyl mit einer Box für die komplette Reihe und als digitales Album, damit Sammler sich von Anfang an auf den gesamten Lauf festlegen können.
Warum als fünf EPs statt einer Compilation?
Für ein Label, das zuerst an Vinyl denkt, ist das ein kluger Zug. Die Musik auf fünf Releases zu verteilen, hält Freerange über Monate statt nur eine Woche im Blick von DJs und Käufern, gibt jedem Schub an Artists seinen eigenen Moment und macht die finale Box zur Belohnung für alle, die früh eingestiegen sind. Eine 30-Track-Jubiläumscompilation, auf einen Schlag rausgehauen, würde bewundert und dann zu den Akten gelegt. Über eine Saison verteilt, bleibt sie Gesprächsthema.



