Der Mann hinter zwei Beatport-Nummer-eins in einem einzigen Jahr hat der Branche gerade mitgeteilt, dass er es satt hat, sich in den Imperien anderer Leute einzumieten. Mau P, bürgerlich Maurits Westveen, nutzte Anfang Januar 2026 ein Instagram-Karussell, um den Plan darzulegen: „in 2026 I will give the world: album, a label, a clothing line." Das Label trägt einen Namen, der wie für ihn gemacht ist, Baddest Behaviour Records.
Das ist der Amsterdamer Produzent, der 2022 mit „Drugs From Amsterdam" durchstartete, einem Track, der inzwischen nahe an 300 Millionen Streams liegt, und der 2025 Hits wie „The Less I Know The Better" und „Tesla" am Fließband produzierte. Der lauteste Name im aktuellen Tech House baut jetzt die Schienen, auf denen er veröffentlicht.
Was startet Mau P eigentlich?
Drei Dinge, alle in eigener Hand. Baddest Behaviour Records ist das Herzstück: eine künstlergeführte Struktur, die ihm die Release-Pipeline überlässt, statt sie ihm zu vermieten. Daneben ein Debütalbum und eine Modelinie unter demselben Banner Baddest Behaviour.
Er war offen: Nichts davon ist fertig. Nach eigener Aussage ist das Label ein laufendes Projekt, die Modelinie hat noch nicht begonnen und das Album ist „still very rough", auch wenn er sagt, er kenne die Richtung. Diese Ehrlichkeit wiegt mehr als ein geschliffener PR-Zyklus: Sie zeigt, dass hier wirklich etwas aufgebaut wird und nicht bloß ein Logo auf einen Vertriebsdeal geklatscht wurde.
Warum zählt ein Album für einen Singles-Künstler?
Tech House ist eine Ökonomie aus Singles und DJ-Tools. Alben sind selten, weil die Charts sie nicht belohnen. Mau P geht bewusst den anderen Weg. „I want it to be like Radiohead, but for dance music", sagte er Billboard und rahmte die Platte als etwas, das man von vorne bis hinten erlebt, statt als Ordner voller Club-Edits.
„I want it to be like Radiohead, but for dance music."
Er drosselt seinen Ausstoß bewusst, um dorthin zu kommen. „I put a lot of pressure on myself and I want to have big moments", sagte er. „Not for the fame, but for the sake of having something very valuable." Er sprach von rund 10 bis 12 Tracks, keiner davon vorher veröffentlicht. Derweil baut sich der Schwung weiter auf: Seine Februar-Single „neck" markierte eine Rückkehr zu Black Book Records, nachdem er sie in seinem Headline-Set im Coachella Sahara Tent vorgestellt hatte, befeuert von einem viralen Clip, in dem Dua Lipa dazu tanzt, während Peggy Gou ihn spielte.
Warum ist das Label die eigentliche Schlagzeile?
Weil Eigentum die Geschichte dieser Ära ist. Wenn der Produzent an der Spitze des Genres sein eigenes Label gründet, behält er die Master, steuert das A&R und entscheidet, wer sonst noch eine Bühne bekommt. Das sind Marge und Macht, die früher an jemand anderen flossen. Baddest Behaviour ist weniger ein Eitelkeitsstempel als ein Signal, wohin sich das Machtgefüge im Tech House verschiebt: hin zu den Künstlern, die groß genug sind, um nicht mehr um Erlaubnis zu fragen.



