Was kann das Q210 eigentlich?
Synthesizers.com hat das Q210 Complex Noise um drei getrennte analoge Rauschgeneratoren gebaut, nicht um eine einzige Universalschaltung. Der erste ist ein audioratiger chaotischer Oszillator auf Basis der Chua-Schaltung, jenem nichtlinearen Referenzdesign, das seit seiner Veröffentlichung 1983 als Meilenstein gilt und wirklich unvorhersehbare, sich nicht wiederholende Wellenformen liefert, weit weg von gefiltertem weißem Rauschen. Die zweite ist eine metallische Signalschaltung im XOX-Stil, abgestimmt auf Hi-Hat- und Becken-Synthese, jenes metallische Klirren, mit dem klassische Drumcomputer Becken imitierten. Die dritte ist eine körnige Rauschschaltung, die von Vinylknistern über Lagerfeuerknacken bis zum Dröhnen eines Düsentriebwerks reicht, dazu zufällige Gate-Ausgänge mit drei wählbaren Triggerquellen, um VCAs und Percussion an anderer Stelle im Rack anzusteuern.
Alles an diesem Modul ist analog. Keine digitale Sample-Wiedergabe, keine Menüs zum Durchklicken: Regler drehen, Rauschen bekommen, wie es die Firma selbst nennt: ein "Spielplatz für Rauschliebhaber".
Warum zwei Jahre Funkstille?
Das Q210 ist laut Synthtopia und MatrixSynth das erste neue Modul von Synthesizers.com seit zwei Jahren, beide Portale heben diese Lücke als bemerkenswert hervor für eine Firma, die das 5U-Format selbst mitdefiniert hat. Keines der beiden Medien nennt einen Grund für die Pause, und die Firma selbst hat sich öffentlich nicht dazu geäußert, aber das Comeback ist die größte Nachricht aus dem 5U-Lager seit Langem, einer Ecke des Modularsystems, die deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als der Eurorack-Markt, der ohnehin erst nach ihm entstand.
Für wen ist das Modul wirklich gedacht?
Mit 265 Dollar ist das Q210 nicht billig, aber auch nicht so teuer wie ein exklusives Handwerksstück. Es zielt direkt auf Produzenten, die schmutzigere Percussion und Texturen suchen als die sauberen Treffer eines Drumcomputers: Breakbeat, Industrial Techno und alle, die ihre Tracks um aggressives, körniges Rauschen statt makelloser Samples bauen. Kombiniert mit Filter, VCA und Hüllkurve an anderer Stelle im Rack kann das Modul laut Hersteller von einer dezenten Hintergrundtextur zum Rückgrat eines ganzen Tracks werden.
"Ein Spielplatz für Rauschliebhaber."



